Lernen in Zeiten raschen Wandels

Recruiting und Weiterbildung müssen sich in Zeiten der Digitalisierung weiterentwickeln. Sowohl Unternehmen als auch die Mitarbeiter selbst stehen hier vor großen Herausforderungen. Welche Ansätze die DATEV eG in diesen Bereichen verfolgt und wie Recruiter die Lernkompetenzen potenzieller Mitarbeiter abfragen, erläutert Dr. Simone Wanken vom Learning Department der DATEV eG im Learning-Insights-Interview mit Dr. Peter Littig.

Und Action! vierpunkteins bildet erste Bildungsinfluencer aus

Cluster MV – Wer träumt eigentlich nicht heimlich von einer Youtube-Karriere? Bildungsinfluencer sind noch rar in der bunten Influencer-Welt. Wir trafen uns daher gestern zu unserem ersten Video-Workshop im Bildungs- und Technologiezentrum bei der Handwerkskammer Schwerin. Mit dabei war Video-Experte Alexander Schult vom Lichtspiel – Medienproduktion & Bildung und führte mit Witz und Charme durch den Tag.

Muss es die professionelle Ausrüstung sein oder reicht gar ein Smartphone zum Videodreh? Eine klare Antwort gibt es dazu nicht. Abhängig von Zielgruppe, Lerninhalt, Zeit und eigenem Qualitätsanspruch gibt es verschiedene Möglichkeiten, Wissen zu vermitteln. Das wichtigste beim Videodreh ist die Idee. Man kennt es von sich selbst am besten, wann schaltet man nicht ab? Wenn etwas Lustiges, Spannendes oder Originelles passiert. Daher steht Drehbuch schreiben an erster Stelle. Grundkenntnisse in Film- und Schnitttechnicken, Ton und Beleuchtung sind ebenfalls hilfreich – und dann kann es auch schon losgehen mit der Videoproduktion. Dank Alexander Schult gab es wertvolle Profi-Tipps on topp. Unser erstes eigenes Video hatten wir somit in zwei Stunden fertig gescripted, gefilmt und geschnitten im Kasten. 

Wer ebenfalls Bildungsinfluencer werden möchte, kann sich gerne bei Anja Kirchner unter kirchner@uv-mv.de melden. Es sind weitere Video-Workshops geplant.


Das vierpunkteins-Team in Mecklenburg-Vorpommern mit neuer tatkräftiger Unterstützung

Foto: Lisa Gohl

Lisa Gohl ist seit dem 1. Oktober 2019 neu im Team vierpunkteins als Elternzeitvertretung für Julia Jenzen und arbeitet gemeinsam mit Anja Kirchner branchenübergreifend an der Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung in der Region Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat sowohl ihren Bachelor, als auch
ihren Master im Bereich Wirtschaftspädagogik mit
betriebspädagogischem Schwerpunkt an der Universität Rostock absolviert, wo sie neben ihrem Studium bereits in einem Weiterbildungsprojekt des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Gründungspädagogik gearbeitet hat. Nicht zuletzt deswegen ist ihre Leidenschaft für die betriebliche Aus- und Weiterbildung zusehends gewachsen, die sie nun im Projekt vierpunkteins  weiter verwirklichen möchte.

Was sind Qualitätsstandards für das Lernen mit digitalen Technologien?

Betriebe, die ihre Mitarbeitenden qualifizieren wollen, damit sie „fit für die Digitalisierung“ sind, fragen sich zurecht, was in schnelllebigen Zeiten und einem rasanten technologischen Wandel eigentlich Standards ausmachen.

Diese Frage ist auf den ersten Blick nicht leicht zu beantworten. Vierpunkteins hat sich in der Literatur ein Bild dazu gemacht und diese mit den Erfahrungen aus den Aus- und Weiterbildungskontexten in den drei Regionalclustern verknüpft. Herausgekommen ist hierbei eine erste Annäherung an den Gegenstand. Dabei fällt auf, dass

  • die klassische Methodenkompetenz und Problemlösungsfähigkeit in den meisten Fällen zunächst die Grundlage für digitales Knowhow darstellt.
  • die Medienkompetenz (Auswahl, Anwendung, Erstellung und Reflexion von Medien) eine konkretere Basis dafür bietet, was wir uns unter digital gestütztem Lernen vorstellen – hierbei spielt auch unsere Kultur der Kommunikation eine tragende Rolle.
  • Qualitätsstandards für digitale Lernsettings zwar daraus ableitbar sind, sie sind aber stets im Kontext der jeweiligen Anwendungsbereiche und vor dem Hintergrund der individuellen Lernpräferenzen sowie didaktischen und technischen Ressourcen zu betrachten.

Insofern ist uns „nur“ eine Annäherung möglich und für die Aus- und Weiterbildungspraxis sehr hilfreich. Eine eindeutige Definition der Qualitätsstandards für digital unterstützte Lernprozesse – mit einer Gültigkeitsdauer von 10 Jahren plus – kann uns hingegen nicht vollständig gelingen. Wir blicken retrospektiv auf das Thema und greifen auf unsere Erfahrungswerte zurück.

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn
Beim Lernen mit digitalen Medien können theoretische Grundannahmen sowohl aus dem Behaviourismus (Reiz-Reaktionsschema), als auch aus dem Kognitiivismus (Aufnahme, Verarbeitung, Verstehen und Erinnerung von Informationen) sowie dem Konstruktivismus (Schaffung subjektiver Realitäten) nebeneinander stehen und jeweils für sich nützlich sein. Die persönlichen Lernerfolge sind oftmals abhängig von der Qualität der Interaktion und Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden. Insofern können der lernpsychologische Zugang und die Methodenwahl variabel sein.

Theorie-Praxis-Transfer
Wesentliche Bedingung für eine weitere Einordnung bzw. Konkretisierung sind der permamente Austausch und der Transfer zwischen Akteuren der Berufsbildung in Praxis und Wissenschaft. Für die Entwicklung der Transferstellen haben wir in einem 3-seitigen Paper Merkmale wie Beispiele zusammengefasst, um den Diskurs über Qualitätsstandards  beim digital gestützten Lernen voran zu bringen.

Hier geht’s zum Paper
1.5 Qualitätsstandards für digitales Lernen

Tarek Lababidi & Samia El Baghdadi

Motto: Selbermachen statt konsumieren – Ein Medien-Trainingsprogramm für Azubis

Das IMBSE plant für das Frühjahr 2020 ein Medienkompetenztraining für insgesamt 30 Auszubildende verschiedener Berufe in vier Modulen.
Die Azubis werden angeregt und angeleitet, Medienbeiträge selbst zu produzieren und die Konsumentenperspektive zu „verlassen“. Beim Coding (Modul 1) lernen sie mit spartanischen Mitteln und anhand von Objekten, wie das Programmieren funktioniert. In Anlehnung an die aufblühende Maker-Szene, trainieren sie hierbei das individuelle Problemlöseverhalten und transferieren die Arbeitsprozesse in die Themenwelt von Betrieb und Berufsausbildung. Mit dem Smartphone und interessanten Apps kleine Filme zu drehen, beinhaltet Modul 2. Welche kreativen Möglichkeiten ein Greenscreen und der Einsatz von Software bietet, ist Inhalt von Modul 3. Im vierten Modul erhalten die jungen Erwachsenen einen Einblick in die Podcastologie und erstellen eigene Audiobeiträge. Von der Erweiterung der Medienskills können auch die Unternehmen profitieren. Wir freuen uns schon auf das Training.

Frauen im Handwerk

So lautet der Titel einer Werkstattreihe aus dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein. Vierpunkteins kooperiert im Rahmen von insgesamt drei Workshops mit dem Kompetenzzentrum, in denen es um die digitale Außendarstellung geht.
Wie gelingt es uns, einen kleinen Imagefilm über den Arbeitskontext oder den eigenen Betrieb aus eigener Hand zu produzieren? Ende November ging es im ersten Teil beim IMBSE in Moers zunächst um die Basics der Storyboard-Entwicklung, kreative Ideenfindung und das Sprech- und Stimmtraining vor laufender Kamera. Am 13. Januar bringen die Fachfrauen dann ihre Ideen mit in den D.A.V.I.T.-Workshop, wo sie das mobile Produktionsstudio kennen lernen und praktisch ausprobieren. Ausgestattet mit dem Wissen über die Anwendungsoptionen und einem eigenen Storyboard, erstellen die Teilnehmerinnen der Werkstattreihe „Frauen im Handwerk“ nun ihren Imagefilm. Im dritten und letzten Teil, ein paar Monate später, soll es dann gemütlich werden- Unter dem Claim „Kleines Kino im Handwerk“ treffen sich alle Protagonist*innen zum gemeinsamen Filmeschauen.

Was beeinflusst den Lernerfolg in der beruflichen Weiterbildung?

Bei vierpunkteins ist es unser Ziel, das digitale Lernen in beruflicher Aus- und Weiterbildung zu fördern. Aber wie können Lerner überhaupt dazu motiviert werden, sich neu gelerntes Wissen auch langfristig anzueignen? Sind Auswahl und Gestaltung des Lernformats hier ausschlaggebend? E-Learning Experte Wolfgang Reichelt von DEKRA Media erklärt, weshalb Lerner manchmal sogar schlecht gemachte Inhalte einem Medienfeuerwerk vorziehen und warum das Vergessen mitunter sogar sinnvoll ist:

Neue Wege der Fachkräftegewinnung

Nicht nur im Bereich der Wertschöpfungskette Bau sind qualifizierte Arbeitskräfte gefragt, auch in der Informatik braucht es inzwischen kreative Ideen, um neue Fachkräfte zu gewinnen.
Die Volkswagen Akademie hat aus diesem Grund die „Fakultät 73“ ins Leben gerufen, die Fachinformatiker mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen qualifiziert. Teilnehmen kann jeder, der IT-Affinität mitbringt, eine Formal-Qualifizierung ist kein Kriterium.
Wie das funktioniert und woher der Name des Programms stammt, erklärt Andreas Strutz im Learning Insights Interview mit Dr. Peter Littig:

Wie nutzen Unternehmen E-Learning? Dr. Regina Flake über ihre aktuelle Studie.

Wie Betriebe E-Learning nutzen und welche Unterstützung sie brauchen, hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung für kleinere und mittlere Unternehmen (KOFA) in einer neuen Studie untersucht. Dr. Regina Flake verschafft uns einen Überblick in 3:10 min.

Die KOFA-Studie steht zum Download zur Verfügung, siehe https://www.kofa.de/fachkraefteengpaesse-verstehen/studien-fachkraeftechecks

Recruiting 4.0 – Digitale Möglichkeiten der Fachkräftesuche und -bindung

Passend zur bundesweiten Fachkräftewoche trafen sich am 19.09. rund 30 Unternehmer und Personaler zum Thema Recruiting 4.0 in Wismar.
Wie finde ich Fachkräfte und wie kann ich sie an mich binden? Auf welche Netzwerke und Ansprechpartner aus der Region kann ich zurückgreifen? Dazu gab es viele spannende Ideen und Anregungen – die Zeit zum Netzwerken bei strahlendem Sonnenschein wurde bestens genutzt! Insgesamt gab es vier spannende Beiträge:

So berichtete Michael Junge vom Wirtschaftsministerium über die neue landesweite Fachkräfteinitiative anheuern in mv und zeigte wie Unternehmen mit den Social Tags #worklive und @anheuern-in-mv auf der Socialwall der Website anheuern in mv erscheinen – kostenloses Arbeitgebermarketing freut doch jeden Personaler oder?

Wie StudienzweiflerInnen als Fachkräftenachwuchs gewonnen werden können und diese am besten digital zu erreichen sind, zeigte unsere Kollegin Doreen Heydenbluth-Peters vom Projekt ASK for change II.

Wie finde ich aus 17.453 Kursangeboten aus MV die passende Weiterbildung für meinen Mitarbeiter? Und gibt es Fördermöglichkeiten? Dazu gab Nicole Dierker-Refke von weiterbildung-mv.de zahlreiche Tipps.

Zum Abschluss gewährte uns Ingo Matthäus von WBS TRAINING Einblicke in das Recruiting im virtuellen Raum – Fazit: unbedingt selbst ausprobieren!

Präsentationsunterlagen können Sie gerne über Anja Kirchner (kirchner@uv-mv.de) erhalten.

Herzlichen Dank an alle Referenten und Teilnehmer!