Onboarding-Workinar: Azubis mit an Bord nehmen

Wie gelingt es, vorzeitige Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und eine gute Beziehung zwischen Ausbildenden und Auszubildenden herzustellen? In einem zweistündigen Workinar für Ausbildungsberater*innen ging es am 9. Juni per Videokonferenz darum, wie Onboardingprozesse aktiv mit entsprechender Vorbereitung geplant und durchgeführt werden können.

Onboarding ist ein Balanceakt

Zunächst sind hierbei die klassischen Phasen im Onboarding-Verlauf bei Neuantritt einer Ausbildungsstelle zu betrachten. Die Perspektive des Azubis einerseits und die des Unternehmens andererseits wurden illustriert. Nach anfänglicher Euphorie tritt aufgrund der Komplexität der sozialen Situationen häufig ein Realtitätsschock ein, der eine Umdeutung erfordert. Die Erfahrungen stehen nicht im Einklang mit den anfänglichen Erwartungen – dabei sind die ersten 100 Tage entscheidend für den gesamten Ausbildungsverlauf. 

In mehreren Breakoutsessions haben die Multiplikator*innen im Bereich Handwerk, Baugewerbe und Gartenbau einen eigenen Onboardingplan entwickelt und diesen auf ihre berufliche Situation als Beratende reflektiert. „Es ist sehr hilfreich, sich schon lange vor dem Ausbildungsstart mit der Aufnahme des Azubis und den Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen,“ beschreibt Tarek Lababidi die Möglichkeiten des so genannten Pre-Boardings. Tatsächlich liegen die Trennungsgründe nur selten an monetären Problemen oder an der falschen Berufswahl. In der Regel werden die schwierige Kommunikation und fehlende Wertschätzung als Auslöser genannt. Mit einer Reihe von Werkzeugen und einigen Regeln gelingt es Betrieben von Anfang an, das Anboardnehmen junger Menschen erfolgreich zu gestalten. 

Das Workinar des IMBSE fand in Kooperation mit dem Cluster Berlin Brandenburg statt.

Tipps für Ausbilder*innen im Video

Tilman Liebert von der GBFW in Köln ist seit 2018 Netzwerkpartner von vierpunkteins. In einem 5minütigen Erklärvideo beschreibt er einmal, was man als Ausbilderin oder Ausbilder in Zeiten von Corona alles tun kann, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Das JOBSTARTER plus Projekt „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0!“ hatte im NRW-Cluster mehrere D.A.V.I.T.-Schulungen für Betriebe im Raum Köln mitorganisiert und selbst daran teilgenommen.

Weitere Informationen sowie ein Begleittext zum Video mit hilfreichen Links finden Sie unter https://www.ausbildung40.koeln/ausbildung-corona-tipps-fuer-ausbilder-innen/

 

Der Jobton mit Tilman Liebert

Bild und Interview: Tarek Lababidi

Tilman Liebert begleitet Ausbildungsbetriebe in ihrem digitalen Wandel und beschreibt im Jobton anhand von Beispielen, dass Veränderungen nicht immer weh tun müssen. Schon kleine Maßnahmen können große Effekte erzielen. Die Gesellschaft für berufliche Förderung der Wirtschaft e.V. von der IHK Köln setzt seit 2018 sehr erfolgreich das JOBSTARTER plus Projekt „Fit für Ausbildung, Perspektive 4.0“ um. Er ist einer von vier Referenten im Expertenforum vom 28.2.2020 zum Thema ‚Qualifikation von Ausbildungspersonal im digitalen Wandel‘ beim IAQ an der Universität Duisburg-Essen.

Weitere Informationen über die Angebote auf der Projektwebsite:
www.ausbildung40.koeln

Der Jobton mit Prof. Dr. Kathrin Brünner

Bild und Interview: Tarek Lababidi

Sollte das Knowhow rund um Digitalisierung und Medienkompetenz zu einem Bestandteil der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) werden? Die letzte Novellierung erfolgte im Jahr 2009, inzwischen hat sich gesellschaftlich wie technologisch eine Menge verändert. Die Professorin Dr. Kathrin Brünner von der Hochschule der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hat dazu eine klare Meinung und kennt die Bedarfslage. Auch aus eigener Berufserfahrung macht sie sich stark für die Berufsausbildung. Im Interview mit Tarek Lababidi erklärt sie zudem, warum es Spaß macht, junge Leute auszubilden.

Der Jobton mit Michael Härtel

Bild und Interview: Tarek Lababidi

Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung spricht über Digitalisierung in der Berufsausbildung. Weiterhin eine Herausforderung besteht darin, wie die neuen Prozessinnovationen endlich ihren Weg in die Fläche finden, damit möglichst viele Betriebe erreicht werden. Mit dem Pilotangebot MIKA (Medien und IT-Kompetenz für Ausbildungspersonal) wird aktuell ein neues, vielversprechendes Konzept entwickelt. In Zusammenarbeit mit den Kammern sollen davon schon bald – ab dem kommenden Jahr – Ausbildungsunternehmen profitieren. Für Arbeitgeber ist neben der Digitalisierung auch die Nachhaltigkeit ein wachsender Faktor, um für junge Menschen attraktiv zu sein.

Mehr zum Thema:
www.qualifizierungdigital.de
www.foraus.de

Der Jobton mit Detlef Tanne

Bild und Interview: Tarek Lababidi

Digitalisierung ist nichts was man kaufen kann, sagt Detlef Tanne von der Nachwuchsstiftung Maschinenbau. Der Projektleiter von „NRWgoes.digital“ beschreibt im Interview mit Tarek Lababidi außerdem die Rolle des Ausbildenden als Moderator und beobachtet, was Auszubildende motiviert. Durch konkrete Anreize und Mitgestaltungsmöglichkeiten entwickeln sie, auch bei komplexen Inhalten, ein besonderes Interesse am Lernen und zeigen, dass sie zu Höchstleistungen fähig sind.

Weitere Informationen:
https://www.nachwuchsstiftung-maschinenbau.de/ausbildung-40/nrwgoesdigital.html

Was sind Qualitätsstandards für das Lernen mit digitalen Technologien?

Betriebe, die ihre Mitarbeitenden qualifizieren wollen, damit sie „fit für die Digitalisierung“ sind, fragen sich zurecht, was in schnelllebigen Zeiten und einem rasanten technologischen Wandel eigentlich Standards ausmachen.

Diese Frage ist auf den ersten Blick nicht leicht zu beantworten. Vierpunkteins hat sich in der Literatur ein Bild dazu gemacht und diese mit den Erfahrungen aus den Aus- und Weiterbildungskontexten in den drei Regionalclustern verknüpft. Herausgekommen ist hierbei eine erste Annäherung an den Gegenstand. Dabei fällt auf, dass

  • die klassische Methodenkompetenz und Problemlösungsfähigkeit in den meisten Fällen zunächst die Grundlage für digitales Knowhow darstellt.
  • die Medienkompetenz (Auswahl, Anwendung, Erstellung und Reflexion von Medien) eine konkretere Basis dafür bietet, was wir uns unter digital gestütztem Lernen vorstellen – hierbei spielt auch unsere Kultur der Kommunikation eine tragende Rolle.
  • Qualitätsstandards für digitale Lernsettings zwar daraus ableitbar sind, sie sind aber stets im Kontext der jeweiligen Anwendungsbereiche und vor dem Hintergrund der individuellen Lernpräferenzen sowie didaktischen und technischen Ressourcen zu betrachten.

Insofern ist uns „nur“ eine Annäherung möglich und für die Aus- und Weiterbildungspraxis sehr hilfreich. Eine eindeutige Definition der Qualitätsstandards für digital unterstützte Lernprozesse – mit einer Gültigkeitsdauer von 10 Jahren plus – kann uns hingegen nicht vollständig gelingen. Wir blicken retrospektiv auf das Thema und greifen auf unsere Erfahrungswerte zurück.

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn
Beim Lernen mit digitalen Medien können theoretische Grundannahmen sowohl aus dem Behaviourismus (Reiz-Reaktionsschema), als auch aus dem Kognitiivismus (Aufnahme, Verarbeitung, Verstehen und Erinnerung von Informationen) sowie dem Konstruktivismus (Schaffung subjektiver Realitäten) nebeneinander stehen und jeweils für sich nützlich sein. Die persönlichen Lernerfolge sind oftmals abhängig von der Qualität der Interaktion und Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden. Insofern können der lernpsychologische Zugang und die Methodenwahl variabel sein.

Theorie-Praxis-Transfer
Wesentliche Bedingung für eine weitere Einordnung bzw. Konkretisierung sind der permamente Austausch und der Transfer zwischen Akteuren der Berufsbildung in Praxis und Wissenschaft. Für die Entwicklung der Transferstellen haben wir in einem 3-seitigen Paper Merkmale wie Beispiele zusammengefasst, um den Diskurs über Qualitätsstandards  beim digital gestützten Lernen voran zu bringen.

Hier geht’s zum Paper
1.5 Qualitätsstandards für digitales Lernen

Tarek Lababidi & Samia El Baghdadi

Wie nutzen Unternehmen E-Learning? Dr. Regina Flake über ihre aktuelle Studie.

Wie Betriebe E-Learning nutzen und welche Unterstützung sie brauchen, hat das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung für kleinere und mittlere Unternehmen (KOFA) in einer neuen Studie untersucht. Dr. Regina Flake verschafft uns einen Überblick in 3:10 min.

Die KOFA-Studie steht zum Download zur Verfügung, siehe https://www.kofa.de/fachkraefteengpaesse-verstehen/studien-fachkraeftechecks